Die Wende in der sathmarschwäbischen Region

Das sathmarschwäbische Gebiet, das in der nördlichen rumänisch-ungarischen Grenzregion liegt, gehörte ehemals zum Königreich Ungarn. Nach Abschluss des Vertrages von Trianon 1920, wurde es mit Ausnahme der drei Orte Mérk, Vállaj und Sajta im Juli 1921 Rumänien zugesprochen. Dieses Ereignis hatte einen Bruch der kulturellen und wirtschaftlichen sowie der famliären Kontakte der drei Gemeinden mit ihren infrastrukturell eng verbundenen Nachbargemeinden Sathmar und Großkarol zur Folge, die die Zentren der sathmarschwäbischen Region bildeten.

Infolge des Zweiten Wiener Schiedsspruches von 1940 gehörte diese Region, gemeinsam mit Teilen Siebenbürgens für kurze Zeit zu Ungarn. Im Jahr 1945 wurden die Gemeinden Mérk, Vállaj und Sajta erneut von ihrem kulturellen und wirtschafltichen Zentrum getrennt: nur Sathmar und Großkarol wurden zusammen mit Siebenbürgen wieder Rumänien zugesprochen.

In den darauffolgenden Jahrzehnten des Sozialismus war die Grenze zwischen Rumänien und Ungarn hermetisch abgeschlossen und jegliche Verbindung der sathmarschwäbischen Gemeinden beiderseits der Grenze gekappt. Die Öffnung der Grenzen im Jahr 1989 brachte in mehrfacher Hinsicht einen „Zeitenwechsel“ für diese Region und seine Bevölkerung.  Der „Seitenwechsel“ steht symbolisch für die Möglichkeit zur Wiederaufnahme kultureller, wirtschaftlicher und vor allem familiärer Beziehungen.